Sicher unterwegs: Do’s und Don’ts für sicheres Fahrradfahren

19.08.2024

Sicherheit im Straßenverkehr ist ein Thema, das uns alle betrifft. Vor allem Fußgänger und Radfahrer sind oft besonders gefährdet. Während eine sichere Infrastruktur von zentraler Bedeutung ist, können auch Kraftfahrer viel zur Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern beitragen. Doch was können Radfahrer selbst tun, um sicher ans Ziel zu kommen? Hier sind fünf Do’s und fünf Don’ts für sicheres Fahrradfahren.

Fünf wichtige Do’s:

  1. Blickkontakt suchen:
    Schaffe Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern. So weißt Du, ob Du gesehen wurdest. Außerdem solltest Du stets eine sichere Fahrgasse im Blick haben, denn Du fährst dorthin, wo Du hinschaust.
  2. Kraftverkehr vermeiden:
    Der Kraftverkehr stellt die größte Gefahr dar. Du fährst Fahrrad. Das ist schon einmal super. Damit schützt Du andere. Nun fahre möglichst dort, wo kein Kraftverkehr ist. Parkende Fahrzeuge, der „ruhende Verkehr“, ist gefährlicher als fahrende Fahrzeuge. Wenn Du Dich entscheiden musst, dann fahre dort, wo Fahrzeuge fahren, nicht wo sie parken.
  3. Auf der Fahrbahn fahren:
    Wenn kein geschützter Radweg vorhanden ist, fahre auf der Fahrbahn. Fahre deutlich nahe der Mitte der Fahrspur, um gesehen zu werden und genügend Sicherheitsabstand zu haben (nicht mitten auf der Fahrbahn!).
    Fahren auf einem Gehweg oder Geh-/Radweg, der nicht benutzt werden muss, ist oft gefährlicher als die Fahrbahn. Es gibt in Gmünd viele Gehwege, die für Radfahrer freigegeben sind. Wenn Du Dich traust, fahre selbstbewusst und deutlich erkennbar auf der Fahrbahn. Dort wirst Du besser gesehen und Du gefährdest keine Fußgänger.
  4. Sicherheitsabstand einhalten:
    Halte immer genug Abstand zu Gehwegen, Straßenabläufen, Straßenschäden und parkenden Fahrzeugen. Das gibt Dir genug Raum um bei Gefahren besser reagieren zu können. Es erhöht Deine Sicherheit. Wer die Sicherheitsräume einhält, fährt fast in der Mitte der Fahrspur.
    Eine kleine Rechnung:
    - Halte 1 m Sicherheitsabstand zu einem parkenden Auto. Das Fahrrad benötigt etwa 1 m Platz. Damit Du den Abstand einhältst, muss dein Vorderrad also 1,5 m vom Auto entfernt sein. Die Fahrspur einer Fahrrichtung ist meistens etwas breiter als 3 m. Also solltest Du beinahe mitten in der Fahrspur fahren, wenn Du den Sicherheitsabstand einhalten willst.
    - Halte 0,5 m Abstand zu Straßenabläufen. Das Fahrrad benötigt etwa 1 m Platz. Damit Du den Abstand einhältst, muss dein Vorderrad also 1 m vom Straßenablauf entfernt sein. Das sind 1,5 m vom Randstein. Die Fahrspur einer Fahrrichtung ist meistens etwas breiter als 3 m. Also musst Du beinahe mitten in der Fahrspur fahren, wenn Du den Sicherheitsabstand einhalten willst.
    - Halte deinen Abstand zum Fahrbahnrand konstant. Damit können andere Verkehrsteilnehmer gut einschätzen, wo Du fährst. Wenn Du aber Slalom bei Straßenabläufen fährst, rechnet ein Autofahrer vielleicht nicht damit und überholt gerade wenn Du wieder einen Schlenker machst.
  5. Licht bei schlechter Sicht:
    Sorge dafür, dass Du gut gesehen wirst, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen. Nutze Dein Fahrradlicht und zusätzliche Reflektoren.
    Licht hilft Dir auch, selber zu sehen. So werden reflektierende Hindernisse deutlicher sichtbar. Super ist es, wenn Fußgänger auf gemeinsam genutzten Radwegen bei schlechter Sicht und Dunkelheit Reflektoren an der Kleidung haben. Wenn das Fahrradlicht da drauf strahlt, kann man Fußgänger gut erkennen, und Rücksicht nehmen wird ganz leicht.

 

Fünf wichtige Don’ts:

  1. Defektes Fahrrad nicht nutzen:
    Ein Fahrrad mit defekten Bremsen, Licht oder Reifen ist ein großes Risiko. Repariere Dein Rad, bevor Du Dich auf den Weg machst.
  2. Gehwege und Hochbord-Radwege nicht nutzen:
    Vermeide es, auf Gehwegen oder Hochbord-Radwegen zu fahren. Hochbord-Radwege sind Radwege, die gemeinsam mit dem Gehweg geführt werden und dabei oft eng sind und dicht an Häusern, parkenden Kraftfahrzeugen und Einbauten im Straßenraum vorbei führen. Diese sind gefährlicher, weil Kraftfahrer weniger auf Radfahrer auf solchen Wegen achten, und weil man die oben genannten Sicherheitsräume nicht einhalten kann.
    Kraftfahrer müssen übrigens auf bei Fußgängern und Radfahrern auf dem Gehweg den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 m genauso einhalten, wie bei Radfahrern auf der Fahrbahn.
  3. Unzumutbare Radwege nicht nutzen:
    Wenn ein Radweg zu eng, uneben oder verschmutzt ist, nutze ihn nicht. Fahre stattdessen auf der Fahrbahn oder wähle eine andere Route.
  4. An Kreuzungen nicht neben Fahrzeugen stehen:
    Stelle Dich beim Warten an Kreuzungen nicht neben Fahrzeuge. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn die Fahrer nicht auf Fußgänger und Radfahrer achten. Besonders wenn großen LKW und Busse abbiegen hilft es dann nicht, wenn man stehen bleibt. Durch die Schleppkurve kommt das Fahrzeug oder der Anhänger immer näher und fährt Dich um. Positioniere Dich gegebenenfalls vor dem Fahrzeug, damit Du gesehen wirst.
  5. Dicht am Fahrbahnrand nicht fahren:
    Fahre nicht am Rand der Fahrbahn. Hier wirst Du oft übersehen und gefährlich überholt. Bei einer plötzlichen Gefahr oder wenn ein Hindernis kommt, hast Du wenig Platz, um auszuweichen. Halte genug Abstand, um sicher unterwegs zu sein.

Indem wir diese einfachen Regeln befolgen, können wir alle dazu beitragen, dass Fahrradfahren sicherer und angenehmer wird. Also, schnappt Euch Eure Räder und bleibt sicher auf den Straßen!

Jürgen Stemke, Rad- und Fußewegekoordinator

Amt für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung

E-Mail: gmuendfuermorgen@schwaebisch-gmuend.de

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